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Markus Amnon
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LESEPROBE: WAHRHEIT UND ILLUSION - DIE LETZTE REFORMATION

Aug 13, 2012

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Leseprobe:

Im ersten Teil des Buches geht es um grundlegende Wahrheiten und die Illusionen und Täuschungen, die damit verbunden sind und diese Wahrheiten ganz oder teilweise ersetzt haben. Es wird sowohl das biblische Bild von Gott als auch das Seines vermeintlichen Feindes vermittelt und erklärt, wie dieses „Feindbild“ entstanden ist.

Weiterhin wird eine Auseinandersetzung über den Bereich der Illusion sowie der menschlichen Wahrnehmung auf dieser Erde geführt und es gibt eine Erklärung für verschiedene Phänomene und Jahrtausende alte Überlieferungen. Den Spekulationen um die „Gottessöhne“ wird auf den Grund gegangen und es wird erklärt, was es mit Unreinheit im biblischen Sinn und mit unreinen Geistern und Dämonen auf sich hat.

Die geistliche Welt braucht keine Definitionen, da Raum und Zeit dort nicht existieren. Nur diese ausschließlich irdischen Dimensionen benötigen exakte Angaben und Erklärungen. Im geistlichen Bereich ist alles sofort verständlich und muss daher nicht erklärt werden. Das biblische Hebräisch ist die Sprache Gottes und sie kennt zum Beispiel keine Zeitformen, da sie aus dem zeitlosen Bereich des Geistes kommt. Erst menschliche Erklärungsversuche und die Gebundenheit an Zeit und Raum haben die ewigen Aussagen Gottes relativiert und so zum Streitobjekt verschiedener Glaubensrichtungen gemacht.

Ein jüdischer Schriftgelehrter hat den Unterschied zwischen der Sprache Gottes, dem Hebräisch der Bibel, und der irdischen Sprache einmal so erklärt: Stell dir vor, du läufst an einem Ufer entlang und beobachtest die Fische. Das Wasser ist ein Lebensbereich und der Erdboden ein anderer. Die Fische kommunizieren untereinander wie wir Menschen es auch tun. Aber die Fische verstehen uns genauso wenig wie wir sie. Nur wer sich intensiv mit den Fischen und ihrem Lebensraum befasst, wird sie verstehen lernen. Und wer sie versteht, kann ihre Sprache dann für andere Menschen übersetzen.

Leider mangelte es vielen Übersetzern an genau diesem Verständnis. Sie ersetzten die Kenntnis des Wesens Gottes mit ihren eigenen Vorstellungen, die an Raum und Zeit gebunden waren. Das Ziel des vorliegenden Buches ist es, dieses Erbe mit Wissen zu ersetzen.

 

Die Wurzeln des Dualismus

Historiker haben die Grundlagen der Vorstellung über Satan bis in die Zeit der indo-europäischen Invasion 4.400 - 2.200 v. Chr. zurückverfolgt. Die so genannten Kurgan-Menschen wanderten aus dem Gebiet des heutigen Südrußland in den Nahen und Mittleren Osten sowie nach Europa.

Sie waren Polytheisten und beteten hauptsächlich eine Mutter-Gottheit und einen männlichen Gott an. Ihr religiöser Glaube basierte auf den Veden, den heiligen Schriften der Hindus. Aus den nach Westeuropa ausgewanderten Kurgans wurden die Kelten. Sie entwickelten eine Religion, das Druidentum, woraus wahrscheinlich das heute bekannte Wicca entstanden ist.

Die Kurgans, die sich im Mittleren Osten ansiedelten, entwickelten eine andere Religion. Sie schufen die Vorstellung von Erlösung und Verdammnis nach dem Tod. Ein Gott namens Rashu richtete jede Seele und entschied, wer ausreichend gerecht war und über eine Brücke ins Totenreich gehen durfte und wer in eine Art Hölle mit Flammen und furchtbarem Gestank fiel. Diese Vorstellung von Erlösung im Himmel und Verdammnis in der Hölle war der Ausgangspunkt für die nächste logische Stufe: die Schaffung eines Teufels.

Zarathustra, ein persischer Prophet, soll 628-551 v. Chr. im Gebiet des heutigen Iran gelebt haben. Wie Jesus soll er vom Satan versucht worden sein. Er tat viele Wunder und wurde von seinen Nachfolgern als übernatürliches Wesen angesehen. Er führte eine große geistliche Reform durch und schuf das, was heute im Allgemeinen als die erste monotheistische Religion in der Welt betrachtet wird. Er lehnte die Anbetung der bestehenden Dreieinigkeit aus Varuna, Mithra und Indra ab.

Die neue Religion, die Zoroastrismus genannt wurde, beinhaltete die Anbetung nur eines einzigen männlichen Gottes, genannt Ahura Mazda. Dieser ist der Schöpfer der Welt, der souveräne Gesetzgeber, höchste Richter und der Herr über Tag und Nacht. Kurz, er hatte all die Eigenschaften, die dem Gott der Israeliten zugeschrieben wurden; er hatte nur einen anderen Namen.

Weiterhin schuf Zarathustra diesem Gott einen Zwillingsbruder, Angra Manyu oder Ahriman, den Gott des Bösen. Alles was er erschaffen konnte, waren Schlangen, Dämonen und das ganze Übel in der Welt. Die alten Götter der früheren polytheistischen Religion wurden die Dämonen des neuen Glaubens. So wurde Ahriman der erste Teufel, den die Welt je gesehen hat und seine Helfer wurden die erste Kohorte der Dämonen unter der Kontrolle dieser durch und durch bösen Gottheit.

Zarathustra lehrte, dass Ahura Mazda und Ahriman sich ständig bekriegen und der Gott des Bösen schließlich besiegt werden würde. Dann würden die Toten auferstehen und ein letztes Gericht würde alle Menschen, die jemals gelebt haben, in zwei Gruppen teilen: die Schlechten verbringen die Ewigkeit in der Hölle und die Guten kommen ins Paradies. Gerald Messandé formulierte sehr treffend: „Das Glaubensgebäude für die drei monotheistischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) war errichtet. Die Geburtsurkunde des Teufels wurde von einem iranischen Propheten ausgefüllt.“

Wir sehen ganz deutlich, dass der Zoroastrismus und die Denkweise des persischen Dualismus Eingang in die jüdischen Schriften gefunden haben. Das ist eine unbestrittene Tatsache, aber was werden wir mit diesem Fakt anfangen? Ist Dummheit besser als Intelligenz?

Gott wurde nun als ausschließlich gut und Satan als zutiefst böse angesehen. Die Juden betrachteten ihre Geschichte jetzt als einen Kampf zwischen den beiden. Satan war nicht länger der Staatsanwalt Gottes, Sein Helfer oder Lakai. Er wurde zu einem Geschöpf mit Hörnern, Hufen und einem Schwanz. Zusammen mit seinen Dämonen war er der größte Feind der Menschheit geworden, der es verdiente, in den Feuersee geworfen zu werden. Die Hoffnung, dieses – milde ausgedrückt – Ärgernis irgendwann loszuwerden, veranschaulicht unser Verlangen nach Freiheit von dieser mentalen Gebundenheit.
Das vorliegende Buch bietet diese Freiheit. Bitte nimm dir die Zeit, lies es bis zum Ende und durchschreite die Tür zu vollkommenem Frieden und immer währender Freude.

Gott und Satan werden als die zwei mächtigsten Kräfte im Universum angesehen. Die aus Persien importierte Dualität zwischen dem ausschließlich guten Gott und dem durch und durch bösen Satan scheint fest etabliert zu sein.
Es wurde geglaubt, dass wer nicht unter dem Schutz Gottes steht, Satan schutzlos ausgeliefert sei. Bis heute werden Gemeindemitglieder mit der Angst in Schach gehalten, dass sie ohne eine Gemeindezugehörigkeit nicht mehr zu Gott gehören und damit zwangsläufig in der Hölle landen. Die Grundlage dieses Irrglaubens findet man in 1.Timotheus 1,19-20 und 1.Korinther 5,5. Die Worte des Paulus werden als Exkommunion gedeutet mit dem Ergebnis, dass die Exkommunizierten in die Hände Satans gelangt sind.

 

Wer ist Satan wirklich?

Beim eingehenden Studium verschiedener Schriftstellen stößt man gelegentlich auf ähnlich klingende Sachverhalte, die in einem scheinbaren Widerspruch zueinander stehen.
Zwei solche Stellen sind 2.Samuel 24,1 und 1.Chronik 21,1, die wir näher untersuchen wollen.

Und der Zorn des HERRN entbrannte wiederum gegen Israel, und Er reizte David, indem Er sprach: „Gehe hin, zähle Israel und Juda!“ (2.Samuel 24,1)

Und Satan stand auf wider Israel und reizte David, Israel zählen zu lassen. (1.Chronik 21,1)

Die erste Schriftstelle berichtet davon, dass der Zorn des Herrn gegen David entbrannte und Er den König reizte, Israel und Juda zu zählen. Sein Hauptmann Joab riet ihm von diesem Vorhaben ab und erinnerte David daran, dass der Herr verboten hatte, Israel zu zählen. Aber es heißt, dass der Zorn Gottes bereits über David entbrannt war, weil David stolz auf seine Herrschaft war und nun herausfinden wollte, auf wie viele wehrfähige Männer er sein Vertrauen setzen konnte.

Gott hatte gesagt, dass die Nachkommen Abrahams so zahlreich wie die Sterne am Himmel oder der Sand am Meer sein würden. Genauso wie sich Sandkörner am Strand oder die blinkenden Sterne am Himmel nicht zählen lassen, sollte das Volk Gottes auch nicht gezählt werden. Nicht dass es unmöglich wäre, die Kinder Israel zu zählen – aber aus der Sicht Gottes macht es genauso wenig Sinn zu wissen, wie viele Sandkörner am Strand liegen oder Sterne am Himmel blinken, wie die Anzahl der Männer zu kennen, die für den König von Israel in den Krieg ziehen können. Das wissen zu wollen bedeutet, seine Sicherheit bei den Menschen und ihrer Stärke und nicht bei dem Gott Israels zu suchen. Dieses Streben zieht unweigerlich den Zorn Gottes nach sich, denn Er will, dass wir ausschließlich Ihm vertrauen.

Nun findet sich die gleiche Begebenheit noch einmal in 1.Chronik 21,1. Dort steht jedoch, dass sich Satan gegen Israel stellte und David aufstachelte, das Volk Israel zu zählen.

Das Buch Samuel wurde vor dem babylonischen Exil geschrieben, die Chroniken jedoch erst ca. 90 bis 140 Jahre nach der Rückkehr aus Babylon. Es ist ein und dasselbe Ereignis – jedoch zu zwei verschiedenen Zeiten niedergeschrieben. Einmal heißt es: Der Zorn Gottes war gegen David. Und das andere Mal: Der Satan hatte sich gegen Israel gestellt. Was ist nun richtig?

Keine unserer Übersetzungen des Buches Samuel enthält den Begriff Satan als Bezeichnung oder Namen, wie er uns heute geläufig ist. Auch in den Übersetzungen anderer Bücher aus dieser Zeit finden wir das Wort nicht, obwohl es im Urtext existiert. Man kann es jedoch nur im Textzusammenhang erkennen, denn es wird durch drei hebräische Buchstaben – S‘TN – repräsentiert und bedeutet: angreifen, widerstehen, dagegen stehen. Aber es bedeutet noch mehr und eine dieser weiteren Bedeutungen finden wir in Psalm 109,6: Bestelle einen bösen Mann über ihn und ein Verkläger trete zu seiner Rechten.

Dieser Verkläger ist nichts anderes als ein Ankläger oder Staatsanwalt und es ist exakt das gleiche hebräische Wort S‘TN, das übrigens in der Luther-Übersetzung tatsächlich so steht. Eine weitere Bedeutung dieses Wortes ist also: ein Ankläger sein oder als solcher zu handeln. Satan ist demnach der Ankläger oder Verkläger. Im Neuen Testament wird der Satan oft als Ankläger oder auch als Verkläger der Brüder bezeichnet. Als solchen kann man ihn personifizieren, man muss es aber nicht. Doch was tut ein Ankläger eigentlich?

Stellen wir uns das Universum einmal als den Gerichtshof Gottes vor. Gott, der Vater sitzt als Richter auf dem Thron. Der Staatsanwalt, der Ankläger, betritt den Gerichtssaal und ich komme als der Angeklagte mit Jesus herein. Jesus ist mein Rechtsanwalt, mein Verteidiger. Satan ist der Fehlersucher, der Ankläger, denn genau das ist seine Aufgabe – genau so, wie es im Neuen Testament beschrieben wird.

Wir befinden uns also im Gerichtssaal Gottes und Satan beginnt seine Rede wie jeder Ankläger oder Staatsanwalt. Und er sagt in der den Anklägern eigenen geschwollenen Redeweise: „Euer Ehren, ich werde zweifelsfrei beweisen, dass dieser Mann seine ganze Familie kaltblütig mit der Axt erschlagen hat.“ Völlig außer mir springe ich auf und schreie quer durch den Saal: „Du Lügner! Er lügt wie gedruckt!“ Da legt Jesus mir die Hand auf die Schulter, zieht mich wieder auf den Sitz und sagt: „Junge, bleib ruhig und halt mal die Luft an – die Schlacht ist nicht die deine. Ich bin dein Verteidiger und ich habe diese Welt überwunden. Ich habe den Preis für alle deine Sünden bezahlt und du bist frei.“

Und was tun wir? Einmal vertrauen wir Jesus und glauben, dass Er uns erlöst hat, dann aber schwindet plötzlich unser Vertrauen und wir beginnen, uns wieder selbst zu verteidigen. Mal vertrauen wir Ihm und dann wieder nicht. Warum ist das so?

Wenn ich jemanden nicht kenne, kann ich ihm nicht vertrauen. Wenn mir ein Fremder auf der Straße begegnen und mich fragen würde, ob ich ihm mal für eine Woche 1000 Euro leihen würde, dann würde ich doch sofort meine Brieftasche zücken – oder etwa nicht? Ich würde ihn vorsichtig anschauen und mich fragen, ob er noch alle Tassen im Schrank hat. Da ich ihn nicht kenne und keine Ahnung habe, wer er ist, würde ich ihm ganz sicher keine 1000 Euro auf sein Wort hin leihen.

Wenn ich den Mann aber kennen würde, wenn wir seit vielen Jahren Freunde wären, dann ist seine Chance, dieses Geld zu bekommen, sehr viel größer, nicht wahr? Warum? Weil ich ihn kenne. Die Menschen können Gott nicht vertrauen, weil sie ihn nicht kennen. Und genau dafür wurde dieses Buch geschrieben – um Gott besser kennenlernen zu können.

Ein Gleichnis

Die katholischen Mönche beteten drei Mal am Tag und arbeiteten auf ihren Feldern. Sie gaben vor, für die gottesfürchtigen Katholiken zu beten und erhielten dafür Spenden in Form von Geld, Vieh und verschiedenen Nahrungsmitteln. Sie brauten Bier und stellten andere berauschende Getränke her und holten sich des Öfteren ganz heimlich Bauerntöchter für ihre Partys. Sie zeugten mit ihnen uneheliche Kinder, die Ausgestoßenen der Gesellschaft, und raubten, missbrauchten und demoralisierten sich und die Kirche immer weiter.

Gott sandte Satan, um ihre Schuld aufzudecken. Satan kam zurück und berichtete über die Bosheit der Mönche. Daraufhin schickte Gott ihnen Feuer, Hungersnot und Plagen... In den Augen der Mönche wurde Satan ihr Feind, denn sie waren doch schließlich die Heiligen, die der Kirche dienten. Von da an wurde dieser Feind als ein von Gott losgelöster Eindringling bekämpft.

Es gibt nicht einen Satz in der Bibel, der nahelegt, gegen etwas zu beten. Biblische Gebete sind immer für etwas. Jedes Dagegen-Beten, das Bekämpfen des Satans und Niederreißen seiner vermeintlichen Festungen ist tiefstes Heidentum. Es ist nicht einmal ansatzweise ein Gebet; genau genommen ist es Hexerei und es ist noch nicht allzu lange her, dass diese Art „Gebet“ in den Gemeinden und Kirchen Einzug gehalten hat.

Mit welchem Recht beten wir gegen jemanden oder etwas oder sogar gegen eine Engelsgewalt, die der Schöpfer selbst für eine bestimmte Zeit eingesetzt hat?

Egal wie oft wir versuchen, den Feind zu bezwingen – wir müssen jedes Mal wieder von vorn beginnen. Jedes Mal, wenn der Satan besiegt scheint, erwacht er zu neuem Leben. Ich frage mich, wo seine Grabstätte ist und wo er lebt, wenn er nicht gerade von uns gebunden ist.
Den einen Sonntag ist er unter unseren Füßen und wir haben sein Haupt zermalmt – in der nächsten Woche treibt er wieder fröhlich sein Unwesen. Also begraben wir ihn wieder… aber wir brauchen ihn, denn ohne Feind ist die beste geistliche Kriegsführung nichts wert. Darum müssen wir ihn gewissermaßen am nächsten Sonntag wiederbeleben um ihm erneut unseren ganzen Hass und unsere Verachtung entgegen schleudern zu können. Auf diese Weise spielen wir mit dem Negativen, das wir selbst diesem Wesen zuschreiben.

Irgendwo zwischen all diesen Aktionen muss es ein wenig Weisheit geben, sonst werden wir in einer psychiatrischen Anstalt landen.

Auch ich war mehr als 20 Jahre lang ein Dummkopf und ich danke Gott, dass er mich davon freigesetzt hat. Das bringt natürlich die Verantwortung mit sich, jetzt auch andere Menschen freizusetzen – wenn sie mich lassen. Jesus hat versprochen, uns den Heiligen Geist als Lehrer zu senden. Lasst uns also gemeinsam diese Intelligenz nutzen, um selbst intelligent zu werden und damit unsere Dummheit zu überwinden.

 

Asasel

Die Völker im Altertum waren allem Mystischen mindestens genauso verfallen wie viele Menschen es heute auch sind. Mit Märchen wurden und werden unsere Kinder in die Mystik eingeführt, denn die kindliche Vorstellung ist wie ein Schwamm. Was würde passieren, wenn wir unsere Kinder stattdessen Wahrheit und Weisheit lehren würden? Ich bin überzeugt, wir würden Genies aufwachsen sehen und es gäbe auf allen Gebieten einen viel größeren Fortschritt, als wir ihn heute sehen.

Kindern das Richtige und Wahre beizubringen ist mindestens genauso interessant wie ihnen Märchen zu erzählen, die sie später wieder über Bord werfen müssen. Aber die Zeit, die sie damit zubringen, ist verloren. Warum sollten wir also Zeit damit verschwenden, den Verstand mit etwas zu verschmutzen, das spätestens dann wieder entfernt werden muss, wenn eine andere Realität in unserem Denken Einzug hält? Die kindliche Vorstellung interpretiert sowieso jede vermittelte Lehre, um sie unterhaltsamer und fantastischer zu machen. Wir erinnern uns am besten an etwas, das übertrieben und mit etwas anderem in Verbindung gebracht werden kann. Diese Vorstellungen helfen uns, Dinge in unserem Gedächtnis zu lokalisieren. Wir sind spaßig veranlagte Kreaturen und die Wahrheit zu lernen muss keine düstere religiöse Verpflichtung sein. Wenn Kinder eine von jeder Fantasie und allem Aberglauben befreite Lehre hören, ist die Saat der Wahrheit in ihnen gesät.

Wir wollen jetzt versuchen, die Wahrheit über die mystische Figur des Asasel zu ergründen.

Neben den Büchern, die in der Bibel zusammengefasst sind, gibt es noch andere, auf die in der Bibel manchmal verwiesen wird. Das heißt aber nicht, dass diese anderen Bücher richtig sind.

Die Bücher Henoch werden diesen so genannten Apokryphen zugeordnet, aber sie haben keinen dauerhaften Wert und ich werde gleich zeigen, warum. Obwohl es in der Bibel einige Verweise auf diese Bücher gibt, bedeutet das nicht, dass sie anerkannt sind. Damals wie heute verweisen wir auf populäre Literatur, um einen Standpunkt zu vertreten oder etwas zu verdeutlichen. Wenn in der Bibel auf ein anderes Buch verwiesen wird, sagt das aber nicht, dass dieses Buch heilig ist oder der Wahrheit entspricht.

In den Büchern Henoch wird eine schaurige Geschichte über Asasel erzählt. Angeblich war er der Anführer einer Kategorie von Engeln, die Wächter hießen. Die Menschen kamen zu ihnen und Asasel lehrte die Männer, Kriegsgeräte herzustellen und führte die Frauen in die Kunst der Kosmetik ein. Die Frauen gebaren den Wächtern Kinder, die Giganten. Diese wandten sich gegen die Menschheit und versündigten sich an der Schöpfung. Daraufhin ließ Gott Asasel in der Wüste gefangen setzen. So wurde er zu dem Wüstendämon, als der er heute bekannt ist.

Soweit die Kurzfassung der Geschichte des Asasel, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Söhnen Gottes und den Riesen aus 1.Mose 6,4 hat. Auch die Abneigung der Kirche gegenüber Schmuck und Kosmetik könnte ihren Ursprung in diesem Mythos haben.

Doch zunächst wollen wir sehen, was es mit den Büchern Henoch selbst auf sich hat.

Schon der Name ist eine Lüge, denn der Henoch, von dem wir in 1.Mose 5,24 lesen, hat sie definitiv nicht geschrieben. Weil er berühmt war, wurde sein Name benutzt, nur um Profit daraus zu schlagen.

Diese Bücher treten die Souveränität Gottes, Seine Allwissenheit, Allgegenwart und Allmacht in den Schmutz. In ihnen werden Gott Unfälle unterstellt und Ihm die völlige Kontrolle über Seine Schöpfung abgesprochen. Weiter wird in den Büchern unterstellt, dass es im Himmel Bosheit und Unreinheit gibt. Wenn das tatsächlich so wäre, müsste Gott diese Bosheit und Unreinheit im Himmel geschaffen haben und wir müssten annehmen, dass Er beides entsprechend Seinem eigenen Wesen gemacht hätte, so wie bei Adam. Ein furchtbarer Gedanke… Genauso schlimm ist die Vorstellung, die Bosheit im Himmel sei ein Unfall gewesen oder zufällig entstanden.

Wer annimmt, dass die Hierarchien im Himmel genauso aussehen wie auf der Erde, wo – wie bereits festgestellt – Furcht anstatt Liebe regiert, für den sieht der geistliche Bereich genauso aus wie der irdische. Alle, die in den Himmel kommen möchten, stellen sich darunter einen Ort vor, an dem Freude und ewige Glückseligkeit nebeneinander wohnen. Dieselben Menschen beschmutzen aber genau dieses Himmelreich des Friedens, indem sie sagen, dass Sünde und Rebellion ihren Ursprung dort haben und die Dämonen, Teufel und all der andere Müll von dort kommen. 
Aber natürlich wird das alles irgendwann aufhören, wenn Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schafft – so zumindest die Hoffnung dieser Himmelsbeschmutzer. Aber welche Garantie gibt es dafür, dass derselbe Gott die gleichen Dinge nicht noch einmal zulässt oder wieder nicht verhindern kann, wenn sie bereits im Himmel sind? Hoffentlich hilft ihnen ihr Glaube dann auch… Ich jedenfalls möchte nicht die Ewigkeit an einem derart unsicheren Ort verbringen.

Soviel zu den Büchern Henoch und dem Bild, das sie von Gott vermitteln. Und nun zum eigentlichen Thema, dem mysteriösen Asasel.

Und der Ziegenbock, auf den das Los für Asasel gefallen ist, soll lebendig vor den HERRN gestellt werden, um für ihn Sühnung zu erwirken, um ihn für Asasel in die Wüste fortzuschicken. (3.Mose 16,10 – Elberfelder Bibel 1985)

Ich habe diese Übersetzung gewählt, weil aus ihr nicht ersichtlich wird, ob die Menschen für Gott Sühnung erwirken müssen oder für Asasel oder für den Ziegenbock. Dieser Vers ist ein sehr anschauliches Beispiel dafür, wie verwirrt das Denken der Menschen ist. Ich glaube, die Übersetzer haben seine Bedeutung selbst nicht verstanden und deswegen diesen sinnfreien Satz erfunden. Auf alle Fälle muss dieser Asasel große Macht besitzen, da Gott offensichtlich in Seinem Gesetz vorschreibt, ihm Opfer zu bringen.

Ehe uns die Verwirrung vollständig um den Verstand bringt, haben wir hier die Übersetzung mit den korrekt aus dem Hebräischen übertragenen Worten:

Aaron soll das Los werfen über die beiden Ziegenböcke, ein Los für den HERRN und ein Los für den Sündenbock. Dann soll Aaron den Ziegenbock, auf den das Los für den HERRN gefallen ist, zum Sündopfer machen. Aber der Bock, auf den das Los als Sündenbock fällt, der soll dem HERRN lebendig präsentiert werden, um durch ihn Sühnung zu vollziehen und ihn als Sündenbock in die Wüste zu schicken. (3.Mose 16,8-10)

Ein Wunder ist geschehen, Asasel hat sich in Luft aufgelöst. Der geneigte Leser möge mir meine Ironie nachsehen, aber bei so viel Ignoranz ist es leichter, die Sache von der lustigen Seite aus zu betrachten. Das Wort, welches mit Asasel übersetzt wurde, bedeutet schlicht und ergreifend Sündenbock und in Strongs Lexikon lesen wir unter Nummer 05799 als Erklärung für AZAZEL: bezieht sich auf die Ziege, die als Opfer für die Sünden des Volkes benutzt wurde. Buuuh, der Spuk ist vorbei.

 

Die Letzte Reformation

Hier wird das im ersten Teil vermittelte Wissen erweitert, vertieft und umgesetzt. Das bedeutet, unser über Generationen geformtes Denken zu reformieren, es also umformen zu lassen. Paulus drückte das so aus:

…verändert euch durch die Erneuerung eures Denkens, um dann prüfen zu können, was der Wille Gottes sei… (Römer 12,2)

Interessant an dieser Aussage ist, dass eine Prüfung oder Beurteilung des Willens Gottes erst möglich ist, nachdem unser Denken reformiert ist. Ich muss an dieser Stelle betonen, dass jeder, der mit seiner übernommenen und vorgeprägten Denkweise versucht, den Wahrheitsgehalt dieses Buches zu beurteilen, damit Schiffbruch erleiden wird. Und das ist nicht meine arrogante Meinung, sondern das sagt die Bibel, wie wir gerade gelesen haben…

Erfahrungen sind Denkmuster, die im Gehirn als Verbindungen zwischen Synapsen gespeichert werden. Der Lerneffekt ist die Festigung dieser Verbindung. So entstehen die eingefahrenen Wege des Denkens und folgerichtig wird dieser Prozess in der Neurologie als Bahnung bezeichnet. Auf diese Weise formiert sich unser Gehirn und jetzt ist die Zeit gekommen, die alten Wege zu verlassen, die eingefahrenen Bahnen aufzubrechen und unser Gehirn zu re-formieren und so dem Denken Gottes eine Bahn zu bereiten.

Natürlich ist das nicht möglich, ohne sich mit dem ganzen Müll der Geschichte auseinanderzusetzen und ihn Stück für Stück zu entsorgen. Es lässt sich daher nicht vermeiden, hier mehr über die Finsternis als über die Liebe und Gnade Gottes zu lesen. Allerdings sollte diese Beschäftigung eine einmalige Angelegenheit sein und dann sollten alle Unklarheiten beseitigt sein. Dann können wir unsere ungeteilte Aufmerksamkeit Gott widmen und Seine Liebe und Treue richtig kennen und schätzen lernen.

Wer sich in dieser schwierigen Lektüre bis hierher durchgekämpft hat, versucht entweder immer noch, die Wahrheit zu widerlegen oder hat ein echtes Interesse daran. Letztere zähle ich in die Familie Gottes. Deshalb werde ich ab jetzt ein wenig persönlicher und direkter zu dir sprechen, lieber Leser – so wie man unter Geschwistern, die sich lieben und achten, reden würde.

 

Wie kommt der Teufel in die Bibel?

Im Verständnis der meisten Menschen sind Teufel, Satan, die Schlange, der Drache und der Antichrist aus der Offenbarung das Gleiche. Aber ist das wirklich so?

Wir haben gelernt, dass S‘TN – der hebräische Satan – der Fehlersucher und Ankläger ist. Damit haben wir ihn als Kandidaten für das Amt des Teufels ausgeschlossen. NECHASH kam, um im Auftrag Gottes die Übertretung zu schaffen. Wäre er nicht gewesen, würde es bis heute noch keine Übertretung geben. Dann haben wir da noch den siebenköpfigen Drachen und die alte Schlange. Aber da fliegende Drachen und Lindwürmer, selbst wenn es sie früher gegeben haben sollte, zurzeit höchstens den Fernsehbildschirm bevölkern, können sie auch nicht der Teufel sein. Jetzt bleibt in meiner Aufzählung nur noch der Antichrist übrig…

Im Alten Testament gibt es eine schauerliche Geschichte über die Endzeit. Ganz am Ende der Aufzählung über die Könige, die kommen und die Erde verwüsten werden, ist die Rede von einem, der sich erdreisten wird, die Zeit und die Festzeiten oder das Gesetz darüber zu ändern (Daniel 7,25). Im allgemeinen christlichen Verständnis bezieht sich die Aussage über den Antichristen in der Offenbarung genau auf diese Person. Ist er der Teufel? 
Wir wollen einmal die Aussagen über diesen Mann beleuchten. Er ändert die Zeit, also die Zeitzählung, den Kalender. In Daniels Denken gab es nur eine Zeitrechnung, nämlich die hebräische. Wenn er also von einer Änderung des Kalenders redet, muss er eine Veränderung der hebräischen Zeitrechnung gemeint haben. Diese Änderung hat bereits stattgefunden. Aufbauend auf den Julianischen Kalender führte Papst Gregor XIII. im Jahre 1582 den Gregorianischen Kalender ein, der heute weltweit genutzt wird. Spätestens hier wurde die offizielle Zeitrechnung Daniels beendet. 
Wenden wir uns dem zweiten Merkmal zu, an dem der Antichrist erkannt werden kann. Er ändert die Feste. Welche Feste? Wieder müssen wir vom Verständnis Daniels ausgehen und erkennen, dass er die Feste des jüdischen Kalenders gemeint haben muss. Haben die sich geändert? Aus CHANNUKKA, dem jüdischen Lichterfest, wurde Weihnachten. Aus PESSACH wurde Ostern, das jüdische Neujahr wurde zum Erntedankfest und YOM KIPPUR, der wichtigste Tag im Leben eines Juden, wurde gestrichen. Einzig SHAVUOTH , das Fest an dem der Heilige Geist auf die Juden in Jerusalem ausgegossen wurde, hat ein christliches Äquivalent – Pfingsten. Daran wird deutlich, dass Gott ziemlich tolerant ist – und trotzdem nicht die Fäden aus der Hand gegeben hat.
Ich denke, es ist ziemlich klar, auf wen die Beschreibung samt den Erläuterungen zutrifft und ich glaube, dass ein großer Teil der Menschheit mit mir übereinstimmt, dass das nicht der Teufel sein kann – obwohl es in dieser Organisation viele Teufel gibt, wie wir noch sehen werden. 
Das lässt uns erkennen, dass diese unterschiedlichen biblischen Begriffe nicht das Gleiche sind und es bleibt als letzter unerklärter Begriff der des Teufels.

Mein Vater erzählte mir einmal von einem Mönch in einem Kloster, der während der Fastenzeit überaus hungrig wurde. Er fand irgendwo ein Ei und legte es auf einen Löffel und ließ es über einer Kerze braten. Plötzlich kam der Abt in die Kammer dieses Mönches und rief: „Hab ich dich erwischt!“ Der Mönch wimmerte: „Ja, ich habe gesündigt … aber der Teufel hat mich verführt.“ Da trat der Teufel aus der Ecke und sagte: „Hab ich nichts Besseres zu tun als solchen Unfug zu verzapfen?“

Wir sind dann erwachsen, wenn wir die Verantwortung für unsere Taten selbst übernehmen und nicht jemand anderem die Schuld dafür geben. Wo wäre bitte schön die Liebe Gottes, wenn Er erlauben würde, dass eine unsichtbare, böse Macht uns beherrschen darf? Wie könnten wir uns erfolgreich gegen diese geistliche Macht verteidigen, wenn wir doch die meiste Zeit im physischen Bereich verbringen und nicht im unsichtbaren geistlichen?

Es gibt ungefähr acht Milliarden Menschen auf dieser Erde. Da stellt sich die Frage: Gibt es auch acht Milliarden Teufel − für jeden einen? Haben wir diese acht Milliarden Satane parat? Wer das glaubt, hat eigentlich keine andere Wahl, als sich verrückt zu machen und sich die ganze Zeit zu fragen: „Wo steckt er? Ist er links, oder rechts? Ist er hinter mir? Oder vor mir? … Nein, ich glaube, er ist schon weg – oder über mir.“ Dann erklärt uns irgendjemand, dass wir gegen den Teufel oder den Satan in unserer Heimatstadt kämpfen müssen. Natürlich gewinnt die Armee Gottes diese Schlacht, vertreibt den Teufel und bindet Satan mit unlösbaren geistlichen Ketten. Am nächsten Sonntag lauscht die zufriedene Schar der heiligen Krieger gelöst und jubelnd ob des Sieges über den Feind der Predigt … da sagt doch einer, er sei wiedergekommen, der Widersacher. − Ist das nicht lächerlich? 
Dann erklärt uns endlich jemand, dass der Satan schon überwunden ist, von Jesus, der am Kreuz hing. Aber seine Dämonen sind immer noch hier. Und die Dämonen haben noch nicht mitbekommen, dass der geistliche Krieg beendet ist. Deshalb müssen jetzt sie anstelle des Teufels bekämpft werden. 
Mit einem solchen Bewusstsein ist es sehr gefährlich, an einem Sägegatter zu arbeiten. Jeden Augenblick könnte Satan deine Finger in das Sägeblatt ziehen. Und auf alle Fälle sollte man jedes Mal bevor man isst den Teufel binden, weil er das Essen vergiftet haben könnte...

 

Das Märchen von der Hölle

Ich kann den Sturm der Entrüstung fast spüren: „Das muss eine Irrlehre sein. Schließlich redet selbst Jesus von der Hölle, und das nicht nur einmal.“ – Richtig. Aber ich habe trotzdem recht. Und bei diesem Thema werde ich mich nicht langsam zur Wahrheit durcharbeiten, sondern den Schock vorwegnehmen: Das Wort Hölle existiert nur in den Übersetzungen der Bibel, nicht aber im hebräischen oder im griechischen Originaltext der Bibel. Woher kommt dann aber die Vorstellung von der Hölle?

Die Hölle ist eine Erfindung der Menschen – und eine grässliche dazu. Schauen wir uns einmal das vorhin angesprochene „ewige Feuer“ an.

Wenn wir annehmen, dieses Feuer sei tatsächlich dazu bestimmt, die „Unbußfertigen“ bis in alle Ewigkeit in der Hölle zu quälen, müssen wir auch annehmen, dass es das Feuer Gottes ist. Denn auch der Satan, die Schlange, der Teufel und das Tier werden darin gequält werden und damit kann es nicht „ihr“ Feuer sein, denn sie werden sich ja nicht selbst grillen.

Wenn es aber das Feuer Gottes ist, muss es Ihm in irgendeiner Weise Vergnügen bereiten, die Bösen zu quälen. Warum sollte Er das sonst tun? Der allmächtige Gott, der die Menschen geschaffen hat, sitzt jetzt also auf seinem Thron und lässt sie im ewigen Feuer schmoren – wie jemand der einen Grashüpfer an einem Stöckchen übers Feuer hält, so dass er leidet, aber nicht stirbt. Dann wäre unser himmlischer Vater ein wirklicher Sadist. 
Möglicherweise ist das tatsächlich die Vorstellung einiger Menschen, denen es ein sadistisches Vergnügen bereitet, sich an den Qualen derer zu ergötzen, die sie als die Feinde Gottes abgestempelt haben.

Was nützt es, wenn sich jemand aus Furcht vor der drohenden Hölle bekehrt? Ich glaube nicht, dass das die Art Gottes ist, um Seine Kinder in den Himmel zu bekommen. Stell dir vor, wir stehen halbnackt vor Ihm, mit zerrissenen Kleidern und zitternd vor Furcht und flüstern mit letzter Kraft: „Gerade noch der Hölle entkommen.“ Was wäre dieser Gott für ein Vater? Macht Er sich einen Spaß daraus, uns zu erschrecken und zu bestrafen? Ich glaube das nicht.

Die Bibel spricht zwar von der Hölle, aber was die Menschen daraus gemacht haben, ist jenseits jeder menschlichen Intelligenz.

Die Luther-Bibel von 1912 enthält das Wort Hölle 45 Mal im Alten und 18 Mal im Neuen Testament. Damit kommt das Wort in dieser Übersetzung mit Abstand am häufigsten vor. Dem gegenüber kommt es in der Schlachter-Bibel von 1951 nur 2 Mal im Alten und 13 Mal im Neuen Testament vor. In der Elberfelder Übersetzung von 1985 kommt es im Alten Testament gar nicht mehr vor und nur noch 12 Mal im Neuen. Ist das nicht interessant? Je neuer die Übersetzung, umso weniger Hölle bleibt übrig. Die Bedeutung des Wortes Hölle werden wir also aus gegebenem Anlass anhand der Luther-Bibel studieren.

Im Alten Testament übersetzte Luther das hebräische Wort SHEOL durchweg mit Hölle. In Strongs Lexikon heißt es unter der Nummer 07585: SHEOL; Unterwelt, Grab, Hölle, Grube; Bezeichnung für den Aufenthaltsort der Toten; Ort ohne Wiederkehr und ohne Gotteslob. Da auch hier das Wort Hölle wieder auftaucht, wollen wir uns kurz mit dem Ursprung dieses Wortes beschäftigen.

Das englische Wort HELL hat eine teutonische Wurzel und bedeutet verbergen oder bedecken, jedoch ist für die deutsche Übersetzung Hölle keine nachvollziehbare Bedeutung zu finden. Ursprünglich beschrieb dieses Wort ganz allgemein die Toten, daher hieß es in frühen Glaubensbekenntnissen „hinabgestiegen in die Hölle“. Inzwischen wird das Wort fast ausschließlich als Bezeichnung für den Ort der Bestrafung der Verlorenen gebraucht, der Ort, an dem die Bösen gequält werden.

Nur an einer Stelle, in Jesaja 7,11 gibt Luther ein anderes Wort mit Hölle wieder: AMAQ. Es bedeutet tief sein, tiefsinnig, tief machen oder Tiefe verursachen.

Im Neuen Testament übersetzte Luther achtmal das Wort GEHENNA, neunmal HADES und einmal TARTAROO mit Hölle. 
GEHENNA ist die griechische Form des hebräischen GEHINNOM – von GE für Tal oder Schlucht und HINNOM, dem Namen der Besitzer dieses Tales südlich der Jerusalemer Altstadt. Dort haben die Israeliten dem Moloch Menschenopfer dargebracht. Später wurde an dieser Stelle jahrhundertelang Müll verbrannt und es lag ein fürchterlicher Gestank in der Luft. Man brauchte nur in das Tal Ben-Hinnom zu schauen und erstarrte in Furcht. Nur was erschreckend und furchtbar ist, gewinnt unsere Aufmerksamkeit und wird so zum Werkzeug, mit dem Menschen in Furcht gehalten werden können. So wurde aus dem Tal der Söhne HINNOM die schreckliche Vorstellung von der „Hölle“ GEHENNA. 
HADES ist in der griechischen Mythologie der Totengott oder der Gott der Unterwelt, die auch HADES heißt. 
Der Tartarus oder TARTAROO (2.Petrus 2,4) schließlich soll der tiefste Ort der Unterwelt sein, in dem angeblich die gefallenen Engel aus (1.Mose 6,2) bis zum letzten Gericht gefangen sind und gequält werden.

Wir sehen also, dass es bis auf die mystischen Vorstellungen der Antike keine Anhaltspunkte für eine Hölle gibt. Woher kommt dann aber diese Vorstellung?

Die Vorstellung vom Feuersee, einer Art brennendem Perpetuum Mobile, ist der rachsüchtigen menschlichen Seele entsprungen und dieses Verlangen nach Rache und Vergeltung ist bis heute ungebrochen. Wenn jemand arm ist und ein anderer reich, wird der Arme sich definitiv irgendeine Art Fairness oder Gerechtigkeit wünschen. Wenn es dem Armen schlecht geht, er sich aber (vielleicht gerade wegen seiner Armut) rechtschaffener als seinen reicher „Gegner“ vorkommt, sucht er eine Erklärung für diese Situation. Wenn er aber keinen Grund dafür findet, ist ihm vielleicht die Vorstellung von der Hölle, die auf den Reichen wartet, ein gewisser Trost. Das ist ein ganz natürlicher Gedankengang, den wir schon in den Psalmen, Sprüchen und vor allem beim Prediger Salomo finden.

Das Dogma vom Fall des Engels

Der Fall eines abtrünnigen Engels ist in der christlichen Theologie eines der wichtigsten Dogmen – neben der Lehre von der Ursünde und der Hölle. Tatsächlich hat diese Art der Lehre in der Kirche einen weitaus höheren Stellenwert als das Thema Erlösung oder gar Heiligung. Daher komme auch ich nicht umhin, ein paar Sätze dazu zu schreiben.

Über die gefallenen Engel wurden verschiedene Vorstellungen verbreitet. In den christlichen Interpretationen des Alten Testamentes, in den Apokryphen und im Neuen Testament kommen jeweils verschiedene Ansichten zum Ausdruck, die teilweise vermischt werden und sich ergänzen. Die Gründe für den angeblichen Fall der Engel sind so vielfältig wie die mysteriösen Geschichten, die sich um diese Wesen ranken. Einige davon wurden in diesem Buch bereits behandelt, so dass ich sie nur kurz erwähne.

Einer der Gründe für die Vertreibung aus dem Himmel soll die Fleischeslust der Gottessöhne genannten Engel sein, die mit den Töchtern der Menschen die Riesen gezeugt haben (1.Mose 6,1-4). Die Haltlosigkeit dieser Vorstellung habe ich im Kapitel Die Söhne Gottes und die Riesen ausführlich bewiesen.

Der bereits erwähnte Augustinus von Hippo ging von Engelsstaaten aus, die bereits vor der Schaffung des Menschen existierten – einem guten und einem bösen. Denn einige der Engel hätten sich „grundlos“ von Gott „abgekehrt“ und seien böse geworden. Nach der Schaffung des Menschen seien diese beiden Staaten in dem irdischen und dem Gottesstaat aufgegangen. Nach dem Jüngsten Gericht soll es dann wieder zwei Staaten geben, wobei genau so viele Menschen in den Himmel kommen wie Engel abgefallen seien. 
Zu seiner Zeit überzeugte diese Lehre viele Menschen. Aber man muss dazusagen, dass es damals keine elektronischen Bibelprogramme gab, die per Mausklick alle Schriftstellen mit dem Begriff „Satan“ aufgelistet haben. 
Aus dem Vergleich der Bibelstellen entsteht ein neues Verständnis. Die Lehre Augustins war für damalige Situation geeignet. Da wir heute aber bessere Möglichkeiten der Forschung haben, sollten wir uns um das richtige Verständnis bemühen. Im Buch Daniel heißt es deswegen: Du aber, Daniel, verbirg diese Worte und versiegle das Buch bis auf die Zeit des Endes! Dann werden viele darin forschen, und das Verständnis wird zunehmen. (Daniel 12,4) Dualistische Anschauungen wie die dieses antiken Gelehrten wurden eingehend beleuchtet, erklärt und widerlegt, so dass ich hier nicht weiter darauf eingehen werde.

Auch der Kirchenvater Origenes entwickelte eine Lehre, nach der die den Engeln eingeräumte Willensfreiheit einige von ihnen dazu verleitet haben soll, sich von Gott zu entfernen. Manche sollen dadurch zu Menschen oder gar zu Dämonen geworden sein und mussten deshalb aus dem Himmel vertrieben werden. Jedoch räumt Origenes ihnen die Möglichkeit ein, durch tugendhaftes und Gott gefälliges Leben zurückkehren zu dürfen. Das war selbst der Kirche zu viel und er wurde deswegen fast als Ketzer exkommuniziert. Das allein zeigt, wie abwegig diese Lehre ist.

Auch in der Bibel lässt sich kein einziger Hinweis auf diesen angeblichen freien Willen der Engel finden. Stattdessen lesen wir an verschiedenen Stellen Aussagen wie die folgenden:

Zu welchem von den Engeln aber hat Er jemals gesagt: „Setze Dich zu meiner Rechten, bis ich Deine Feinde hinlege als Schemel deiner Füße?“ Sind sie (die Engel) nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienste um derer willen, welche das Heil ererben sollen? (Hebräer 1,13-14)

Gott hat die Engel zum Dienst an denen verpflichtet, die den Himmel bevölkern werden – das sind wir. Im Gegensatz zu uns haben Engel nicht die Möglichkeit, sich für oder gegen Gott zu entscheiden.

Denn Er nimmt sich ja nicht der Engel an, sondern des Samens Abrahams nimmt Er sich an. (Hebräer 2,1)

Gott nimmt sich der Menschen an, weil sie sich – im Gegensatz zu den Engeln – für Ihn entscheiden können.

…welche (gemeint sind die Apostel) euch das Evangelium durch den vom Himmel gesandten Heiligen Geist gepredigt haben – Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen gelüstet. (1.Petrus 1,12)

Die Engel bemühen sich zu verstehen, was das Besondere in der Beziehung zwischen Gott und den Menschen ist. Dass sie ein Verlangen danach haben, dieses Geheimnis zu kennen, bedeutet aber erstens nicht, dass sie in der Lage wären es zu verstehen und zweitens heißt es nicht, dass es ihnen erlaubt ist. Im Gegenteil wird hier ausgedrückt, dass ihre Entscheidungsmöglichkeiten sehr begrenzt sind.

Ich hoffe, diese Schriftstellen reichen aus, um zu der Überzeugung zu gelangen, dass Engel mitnichten einen freien Willen haben.

Aber es gibt weitere, womöglich noch phantastischere Vorstellungen – wie die, dass sie sich weigerten, den Menschen Respekt zu bezeugen und deshalb aus dem Himmel vertrieben werden mussten. 
Angeblich soll Gott nach der Erschaffung des Menschen von Seinen Engeln verlangt haben, vor diesem niederzuknien. Dagegen sollen sich einige Engel gewehrt haben. Biblische Belege für diese haarsträubende Geschichte gibt es nicht. Sie stammt wahrscheinlich aus einem apokryphischen Text mit dem Namen "Adam und Eva" aus dem ersten Jahrhundert nach Christus. In dieser Geschichte soll der Teufel gegenüber Adam bekennen, dass er die Menschen deshalb hasse, weil er ihretwegen aus dem Himmel verbannt worden sei. Obwohl es ganz offensichtlich ein Märchen ist, wird diese Geschichte bis heute vor allem in charismatischen Kreisen als Aufhänger für den Krieg gegen den Teufel verbreitet.

Noch sensationeller wird der Fall und Sturz von Engeln im Buch Henoch beschrieben, auf das ich hinlänglich bei der Abhandlung über Asasel im Kapitel Unreinheit in der Bibel eingegangen bin und mir deswegen hier jeden Kommentar erspare.

Kommen wir also zu den Gründen für den Fall eines Engels, die – zumindest oberflächlich betrachtet – tatsächlich biblisch belegt sind: Stolz und das Streben danach, Gott gleich zu sein.

Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Morgenstern, wie bist du zu Boden geschmettert, der du die Völker niederstrecktest! Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: ‚Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Götterberg im äußersten Norden; ich will über die in Wolken gehüllten Höhen emporsteigen, dem Allerhöchsten gleich sein!‘ (Jesaja 14,12-14)

In diesen Versen ist in der Tat der Anspruch zu erkennen, Gott gleich zu sein. Auch der Verwegene, der sich selbst so erhöhen möchte, wird gleich identifiziert: Der Morgenstern, in christlichen Kreisen auch als Luzifer bekannt. – Satan? Der Teufel? Wer war dieser ominöse Morgenstern?

Im hebräischen Urtext steht für Morgenstern das Wort HILLEL, das mit Lichtträger oder der Scheinende übersetzt wird. Es ist abgeleitet von HALAL, was mit loben, preisen, ehren, prahlen, scheinen übersetzt wird und sich beispielsweise in dem Wort Halleluja (Ehre sei Gott) wiederfindet. Die griechische Entsprechung von HILLEL ist der Begriff LUZIFER, der sich aus LUX für Licht und FERRE für tragen, bringen zusammensetzt. Also lässt sich vom Ursprung her an dem Morgenstern erst einmal nichts Dämonisches feststellen.

Vielleicht hilft uns der Prophet Hesekiel weiter, der ein ähnliches Wesen beschreibt:

Menschensohn, stimme ein Klagelied an über den König zu Tyrus und sprich zu ihm: „So spricht Gott, der HERR: ‚O du Siegel der Vollendung, voller Weisheit und vollkommener Schönheit! In Eden, im Garten Gottes, warst du; mit allerlei Edelsteinen, mit Sardis, Topas, Diamant, Chrysolith, Onyx, Jaspis, Saphir, Rubin, Smaragd warst du bedeckt, und aus Gold waren deine Einfassungen und Verzierungen an dir gearbeitet; am Tage deiner Erschaffung wurden sie bereitet. Du warst ein Gesalbter, ein schützender Cherub; Ich habe dich gesetzt auf den heiligen Berg Gottes, und du wandeltest mitten unter den feurigen Steinen. Du warst vollkommen in deinen Wegen von dem Tage deiner Erschaffung an, bis Missetat in dir gefunden wurde. Durch deine vielen Handelsgeschäfte ist dein Inneres voll Frevel geworden, und du hast gesündigt. Darum habe Ich dich vom Berge Gottes verstoßen und dich, du schützender Cherub, aus der Mitte der feurigen Steine vertilgt. Dein Herz hat sich erhoben ob deiner Schönheit; du hast deine Weisheit um deines Glanzes willen verderbt. So habe Ich dich auf die Erde geworfen und dich vor den Königen zum Schauspiel gemacht.‘“ (Hesekiel 28,12-17)

Das ist er! Das ist Luzifer, der schimmernde Cherub, der sich über Gott erhoben hat und deshalb aus dem Himmel verstoßen und als Teufel auf die Erde geworfen wurde. Hat nicht auch Jesus den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen sehen?

 

Link zum Buch:

http://www.letzte-reformation .de/index.html